Regen

22.3.2018

 

Morgens regnet es stark. In der Bushaltestelle sitzt die nette Frau, die immer ein paar Worte zu uns sagt. Es ist 1° an der Apotheke. In der Post wärmen wir uns kurz auf. Aber trocken werden wir nicht. Auf dem halben Weg in die Buchhandlung hört der Regen auf. Im Hinterhof des Ladens ist genug Wasser im Topf für den Hund zum Trinken. Drinnen rubbele ich den Hund etwas ab und decke ihn zu. Den Anorak hänge ich auf der kleinen Leiter auf. Kaffee und Croissant wie gehabt. Dazu Hubert und Staller, wird schlechter. Ein Stapel Bücher liegt schon bereit. Vorne am Fenster müssen die Stapel geordnet werden. Damit es besser aussieht von außen. Der Himmel ist hellgrau.

Vor mir liegt Mercier, Das Jahr 2440. Insel Verlag. Das Buch ist eine Antiutopie. Ich habe das Buch nicht gelesen aber meine Zukunftsgedanken wären auch antiutopisch. Es ist 1770 in Amsterdem erschienen sagt Antiquar Wolfgang Friebes aus Graz. (Bei ihm kostet das Buch 600,00 €.) Als Suhrkamp Taschenbuch steht es auch schon mit 40 € im zvab. Ich werde (mit Mängelstempel und 2 kl. Flecken und etwas abgegriffen, 25€ dafür verlangen. Kommt heute noch ins zvab und in booklooker.

Telefon. Doch ein Auto zum Bahnhof nach Köln. Für Peter.

Einige schöne Bücher zum Eingeben ins zvab=abebooks=amazon und booklooker gefunden.

Weiterhin Stille im Antiquariat.

Telefon klingelt öfter  meist für Buchverkäufer.  „Die Nobelpreisträger“, Mein Kampf von Adolf Hitler, Unterhaltungsliteratur, Wird jeweils abgelehnt.

Es ist wärmer geworden, und regnet weiter.

Hund und ich laufen durch die Baustelle von pronova. Hund sucht Knochen. Im Aldi treffe ich den kurdischen Nachbarn, der die Teestube nebenan vermietet. Heute ist er gesprächig und auf seine Frage, ob es gut geht, sage ich, es geht gut und auf meine Frage obs bei ihnen auch gut geht, sagt er, es geht so. Das Wetter…meint er und weiter kommt er nicht…Ich muß zurück, der Laden ist ja geschlossen, wenn ich spazieren gehe, auch wenn ich das handy dabei habe.

Die Kroaten von nebenan bauen weiter. Ich bin mit Nachbarn im Gespräch, ob sie Geld waschen. Der italienische Obermieter sagte, das würden sie nicht tun, er kenne den Kroaten  schon von Kind an und der hätte ein gutes Herz………

Ab 3 Uhr Biathlon im Ersten aus Tjumen, Sibirien. ((Es schneit und die Deutschen treffen heute nicht so gut. Einig Sportler sind nicht nach Russland wegen der Dopingskandale, da ist meine Ansicht gespalten……)) Überflüssiges weglassen sagt Jelena, die grade eine Hausarbeit schreibt und als wir telefonieren vereinbaren wir ein Essen am Ostermontag. Familientreffen sozusagen.

Camus Tagebücher 1935-1951 (1937 hatte er la mort heuereuse geschrieben) sind jetzt 4mal im Regal. 1938 lernt Camus Francine Faure kennen. Bis zu seinem Tod war er mit ihr verheiratet. Er schreibt Der Mythos des Sisyphos.

Ein Kunde bringt ein Buch von Edith Stein zurück und nimmt Husserl dafür mit. (Außerdem schenke ich ihm Iredynski: der Mensch der Epoche, in den 90gern in meinem Verlag erschienen.) Des Kunden Frau ist Polin. Sie ist aus dem Norden Polens und spricht Deutsch ohne Akzent. Sagt ihr Mann. Wir sprechen kurz über die polnische Sprache, sie ist schwer aber schön. Er interessiert sich auch für Klopstock. Ich finde nur ein Buch und kann mich nicht mehr erinnern wer Klopstock war, ich dachte Barock, aber er gehört wohl zur Literatur der Empfindsamkeit. Klopstock ist religiös und interessiert mich nicht sehr.

Immer noch kein großer Mann da gewesen, der die Neone (Übersetzung Radim Klekner aus dem Tschechischen für Neonröhre) im zweiten Raum einsetzten könnte. Ich bin etwa 4 cm zu klein.

Wie haben noch 3 €. Das sind zwei Büchersendungen und ein Croissant morgen früh.

Das Brot, welches ich vom Peter mitgebracht kriege jeden Donnerstag, ist noch nicht bezahlt.

Gleich kommt die klatschnasse Bank rein und wir gehen raus in den Regen.

 

 

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